Henning Pauly: Babysteps

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7392Henning Pauly ist Gitarrist, ach ja und Keyboarder. Und Bassist. Drummer sowieso. Kurzum, er wird den größten Teil seiner Jugend in einem dunklen Zimmer gesessen haben, um zu üben, denn er spielt alle diese Instrumente außerordentlich brillant. Mit „Babysteps“ präsentiert der Multiinstrumentalist, der am Berklee College of Music in Boston studiert hat, eine unglaublich vielschichtige Rockoper, die sich um eine angeblich wahre Geschichte ranken soll. So geht es um den ehemaligen Spitzensportler Nick, der durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Es besteht eine vage Aussicht auf Heilung, aber die Fortschritte sind mühsam und gering, nicht zuletzt deshalb, weil sich der Patient mit Selbstmitleid und Verbitterung selbst im Wege steht. Eine Bekanntschaft in der Cafeteria des Krankenhauses bringt ihn aber doch auf den richtigen Weg, auch, wenn er stets mit seinem arroganten behandelnden Arzt kämpfen muss. Komisch, woraus man im Jahr 2006 Konzeptalben macht. Aber, was soll’s, weiter zur Musik. Der „böse“ Arzt wird von niemand geringerem gesungen als von James LaBrie, seines Zeichens Dream Theater-Barde. Wie schon auf auf Dream Theaters „Scenes from a memory“ und Ayreons „The Human Equation“ begeistert er in dem opernhaften Umfeld deutlich mehr, als bei den Heavy-Nummern seiner Frickel-Stammkombo. Jody Ashworth gibt mit bösem Timbre den zentralen Protagonisten „Nick“. Matt Cash von Chain singt Bekanntschaft Matt und Michael Sadler spielt den guten Doktor als Gegenpart von LaBrie. Alle Sänger sind großartig gewählt und technisch sowohl emotional hervorragend. 

Musikalisch ist die Rockoper äußerst bombastisch angelegt, ausladende Soli prägen das Gesamtbild, während immer mal wieder richtig deftig fett gerockt wird.  Nach einem Mal Hören zündet die Scheibe nicht, doch, wer ein zweites oder drittes Ohr risikiert, wird mit einem der besten Prog-Rock-Alben des Jahres belohnt.

Fazit: Prog-Rock-Juwel

5von6

 

 

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